Über Gundi Lamprecht

Gundi Lamprecht über sich:

Ich habe vor 15 Jahren mit Yoga begonnen. Schon damals ahnte ich, dass diese alte indische Weisheitslehre etwas ganz Besonderes für mich sein könnte. Nach langem Suchen und Ausprobieren verschiedener Yogaarten fand ich zu meinem Stil – zu Ashtanga Yoga. Ich wusste sofort – das ist es.  Seit damals übe ich intensiv und ja, seit damals hat sich auch mein Leben und mein Denken verändert.  Aber was ist es, das so stark ist, dass es mein Leben verändern konnte?

Die Praxis:
Der indische Yogameister Sri K. Pattabhi Jois sagt: „Practice, practice and all is coming“ oder „99% practice, 1% theory“.Eine ganze Bibliothek an weisen Büchern kann mir nicht das geben, was ich auf der Yoga-Matte durch stetiges Üben erfahre.

Die Praxis erfordert „tapas“, Enthusiasmus und inneres Feuer, das uns motiviert, unsere geistigen Hindernisse und körperliche Trägheit zu überwinden. Ich werde oft gefragt , wie ich jeden Tag um sechs aufstehen und zwei Stunden Yoga machen kann? Das erfordert doch eine enorme Disziplin! Im Gegenteil. Wenn man etwas gerne macht, mit „tapas“, mit Enthusiasmus, dann ist es einfach pure Freude. Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich müde und unausgeschlafen bin, doch wenn ich einmal auf der Matte stehe, ist alles andere vergessen. Auf der Matte zu stehen, heißt für mich auch, ein „Rendezvous“ mit mir selbst zu haben. Manchmal lache ich, manchmal weine ich, manchmal schaffe ich es auch, ganz ruhig zu sein.

Die Praxis ist kraftvoll und intensiv, sie formt den Körper und trainiert die Muskulatur. Deswegen glauben auch viele, dass sie nur körperbezogen sei. Der Meinung bin ich nicht. Ashtanga Yoga ist sehr spirituell, vielleicht sogar die spirituellste Yogaform, die es gibt. Patanjalis achtgliedriger Pfad (Ashta = acht, anga = Glied) führt von ethischen Grundregeln über Körperpositionen zu Atemtechnik, Konzentration, Meditation bis hin zu Erleuchtung. Wenn wir alle acht Stufen durchlaufen, können wir ein harmonischeres Leben führen. Vielen bleibt dieser große Weg verwehrt. Auch ich stehe hierbei noch am Anfang, aber bereits der Sonnengruß ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Der Lehrer:
Eine alte Zen-Weisheit sagt: „Wenn der Schüler bereit ist, erscheint der Lehrer“.  Für mich war es Horst Rinnerberger, der genau zum richtigen Zeitpunkt in mein Yogaleben trat. Ich wusste bereits ein bisschen etwas über Yogapositionen, sogenannte Asanas. Bei meinem neuen Lehrer, da war ich mir sicher, hatte ich nun die Chance, viel tiefer in Yoga einzutauchen. Er sollte mir ja nicht nur Asanas beibringen können, sondern auch den geistigen Hintergrund dazu liefern. Mittlerweile kennt er mich schon recht gut, er weiß, wann ich bereit bin für die nächste Asana, den nächsten Schritt auf meinem Yoga-Weg. Er ist es, der  mir meine Grenzen aufzeigt, wenn ich zu schnell unterwegs bin. Er ist es aber auch, der mich ermutigt, weiter zu gehen, mir mehr zuzutrauen, wenn ich wieder einmal an mir selbst zweifle. Ein Spruch von ihm bringt es auf den Punkt:
„So, wie du auf der Matte stehst, stehst du auch im Leben.“

Die Auswirkungen:
Durch das Stärken von Körper und Geist bin ich heute viel ausgeglichener. Meine Lebensfreude ist gestiegen, meine Zuversicht gewachsen und mein Ego vielleicht ein klein wenig geschrumpft.

Yogalehrerin zu sein, ist eine große Verantwortung, und ich habe mich erst nach vielen Jahren eigener Praxis und Erfahrung dazu entschieden. Aber vielleicht kann ich jetzt in dem einen oder anderen Schüler auch dieses „tapas“, dieses Feuer, entfachen, das in mir für Yoga brennt. 

Der große Yogameister Krishnamacharya hat gesagt: „Yoga ist Indiens Geschenk an die Welt“. Ich bin dankbar, dass ich dieses Geschenk erfahren darf.

 

Ausbildungen:
500 Stunden Teacher Training bei Horst Rinnerberger im Pureyoga. Teacher Training bei David Swenson und Manu Jois. Viele Workshops bei John Scott, Kino McGregor, Alex Medin, Richard Freeman, Tim Feldman, Gregor Mahle,…

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