Yoga ist eine indische Philosophie, deren Ziel es ist, dem Menschen den Weg zur vollkommenen Selbsterfahrung zu zeigen und ihn sein wahres Selbst entdecken zu lassen.
Yoga hat aber auch das Potential den Körper gesünder, flexibler und kräftiger und den Geist ruhiger und fokussierter zu machen.
Der Sanskritbegriff „Ashtanga“ bedeutet übersetzt „8 Glieder“ und beschreibt Yoga als 8 teiligen Pfad. Die 8 Glieder wurden uns durch die vom Weisen Patanjali vor rund 2.500 Jahren niedergeschriebenen „Yoga Sutras“ wie folgt überliefert:
(Das Verhalten Anderen gegenüber)
(Das Verhalten sich Selbst gegenüber)
(Übungen der Yogastellungen)
("Atemanhaltung" oder die "Erweiterung des Atems")
(Sich-nach-Innen-Ausrichten und Zurückziehen der Sinne)
(Konzentration)
(Meditation)
(Kontemplation, Einswerdung)
(† 18.
Die Form und Verbreitung von Ashtanga Yoga wie es heute überwiegend praktiziert wird, haben wir Sri K. Pattabhi Jois und seinem lebenslangen Studium des Yoga zu verdanken. „Guruji“ (Guru = Lehrer; ji = Respektsform), wie er von seinen SchülerInnen liebevoll genannt wurde, war bis zu seinem Tod die Autorität für Ashtanga Yoga und weltweit eine lebende Legende.
Dieses System hat Sri K. Pattabhi Jois 1927 von seinem Guru T. Krishnamacharya übernommen und hat es bis ins hohe Alter von 94 Jahren praktisch unverändert, in seinem Yogazentrum (KPJAY - Institute; vormals AYRI - Institute) in Mysore, Südindien, gelehrt.
Wenn diese Form des Ashtanga Yoga, in korrekter Weise praktiziert wird, ermöglicht es dem Praktizierenden sein volles Potential auf allen Ebenen des menschlichen Bewusstseins zu entdecken und zu erweitern – physisch, psychisch, intellektuell und spirituell.
Für Sri K. Pattabhi Jois ist das 3. Glied - die Asanas oder Körperstellungen - der Einstieg in die Yoga Praxis. Da wir in einer extrem nach außen gerichteten „körperlichen“ Welt leben und funktionieren, ist auch der Beginn von Ashtanga Yoga zunächst ein Körperlicher.
Nach dieser Methode ist die Abfolge der Asanas in einer festgelegten Sequenz vorgegeben. Jedes Asana ist mit dem nächsten durch eine ebenso vorgegebene Bewegungsabfolge verknüpft. Jede Bewegung wird unter Anwendung einer besonderen Atemtechnik (Ujjayi Atmung) mit einem Atemzug synchronisiert (Vinyasa). Die Augen werden auf festgelegte Blickpunkte (Drishtis) fixiert und energetische Körperverschlüsse (Bandhas) werden aktiviert. Der Geist wird nach Innen gerichtet und durch dieses Zusammenwirken von Asanas, Vinyasas, Drishtis, Bandhas und Ujjayi Atmung kommt es zu einem „Meditativen Tanz des Körpers mit dem Geist und dem Atem“.
Es ist zunächst ein, körperlicher Ansatz, der aber durch die regelmäßige Praxis rasch auch einen Effekt auf Geist und Seele zeigt und zu einem Erwachen eines tieferen Bewusstseins gegenüber sich selbst und der Umwelt führt.
Diese Asana Praxis ist Einstieg und Fundament für die anderen Glieder. Es ist die Vorbereitung des Körpers für Pranayama und der Schlüssel für das Erwachen eines tieferen Verständnis und Interesse an den beiden ersten Gliedern. Aufbauend auf diesen ersten vier, sogenannten externen Gliedern (Yama, Niyama, Asana, Pranayama) entfalten sich über eine regelmäßige Praxis die letzten vier, nach Innen orientierten Glieder (Pratyahara, Dharana, Dhyana, Samadhi).
Das ultimative Ziel von Ashtanga Yoga ist die Selbsterfahrung, die Entdeckung und Erfahrung des wahren Selbst.
Auf dem Weg dorthin hat die regelmässige Ashtanga Yoga Praxis für den Übendenden noch viele andere, extrem positive (Neben-) Effekte.
- Höhere Flexibilität bei gleichzeitiger Kräftigung der Muskeln, da dehnende Übungen mit kräftefördernden Übungen gepaart werden
- Steigerung der Kondition, da der Körper über den gesamten Zeitraum einer Übungseinheit ohne Unterbrechung dynamisch bewegt wird
- Förderung des gesamten Stoffwechsels, Kräftigung des Kreislaufs und des Nervensystems
- die Fähigkeit, auch körperlich vollkommen zu entspannen wird angeregt, gleichzeitig wirkt die Praxis aber doch energetisierend
- Durch die Ujjayi Atmung kommt es zu einer extremen Hitzeentwicklung im Körper. Die Schweißproduktion wird drastisch angeregt und dadurch werden Schlacken und Gifte abgebaut und der gesamte Körper innerlich gereinigt
- Viele körperliche Beschwerden, hervorgerufen durch mangelnde Bewegung, Fehlhaltung und einseitige Belastung wie Rückenschmerzen, Nackenprobleme, Gelenksschmerzen können dauerhaft korrigiert und beseitigt werden
- Es verändert sich nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Körpers, viele Asanas wirken direkt auf innere Organe. Durch Anregung von Blutzirkulation und Stoffwechsel wird die Funktionstätigkeit dieser Organe gesteigert.
- Förderung von Stressabbau, geistiger Entspannung und Ausgeglichenheit
- Verbesserung des Konzentrationsvermögens und der allgemeinen Leistungsfähigkeit
- Abbau von mentalen Blockaden, Aufbau von Willenskraft und Steigerung der Fähigkeit, schwierigere Situationen leichter zu meistern
- Man wird fokussierter und die Konzentration auf das Wesentliche, tatsächlich Wichtige im Leben, wird intensiviert. Ein Loslassen von alten, blockierenden Verhaltensmustern beginnt.
- Das Bewusstsein für den Augenblick, das Hier und Jetzt wird erweckt
- Führt zur Kontrolle über die Gedanken und deren Bewegungen bis hin zu einer vollkommenen Kanalisierung aller Gedanken in tiefer Meditation bzw. Samadhi
Die langjährige, regelmässige, korrekte Praxis kann zu einer tiefen Transformation der gesamten Persönlichkeit führen. Dies eröffnet den Praktizierenden einen neuen Weg, das Leben zu genießen und wahres Glück zu verspüren.
Die Asanas sind in einer festgelegten Abfolge zu üben, jedes Asana ist betreffend Kraft und Flexibilität aufbauend mit dem nächsten abgestimmt, so dass die jeweils vorherigen Asanas eine perfekte Vorbereitung für die darauffolgenden darstellen. Dieser Reihenfolge ist genau zu folgen und es ist nur bis zu jenem Asana zu üben, das man tatsächlich noch korrekt ausführen kann.
Daher übt jeder Praktizierende, abhängig von seiner Konstitution diese Abfolge nur bis zu einem bestimmten Asana, das ihm vom Lehrer als letztes vorgegeben wurde. Erst wenn der Praktizierende dieses auch "meistert", erhält er vom Lehrer das Nächste. So ist sichergestellt, dass der Übende wirklich die, der Abfolge entsprechende, Verbesserung seiner Kraft und Flexibilität erfährt und er seinen Körper für die weiteren, schwierigeren Asanas genügend vorbereitet um Verletzungen zu vermeiden.
Nur durch dieses schrittweise Annähern an komplexere Asanas, kommt es zu einer wirklichen Entfaltung von Körper und Geist.
Es ist leider weit verbreitet, dass Praktizierende Asanas, die sie nicht beherrschen, auslassen, die Reihenfolge ändern oder dass Asanas aufgrund noch fehlender Kraft und Flexibilität nur „unsauber“ oder falsch ausgeführt werden. Davon ist wirklich abzuraten, denn jedes Asana hat ganz bestimmte Effekte auf Körper und Nervensystem. Werden nur einzelne Asanas in der Sequenz nicht oder falsch ausgeführt, gehen die Vorteile dieser aufbauenden Methode verloren und es kommt langfristig zu keinem wirklichen Fortschritt des Übenden.
Es gibt 6 verschiedene Serien von Asanas, die sich durch einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Die Asanas werden von Serie zu Serie komplexer und kombinieren mehr und mehr Flexibilität und Körperkraft in den einzelnen Übungen. Das Beherrschen der vorhergehenden Serie bringt die notwendigen Vorraussetzungen an Flexibilität und Körperkraft, aber auch Konzentrationsvermögen für die nächste. Alle Asanas einer Serie sind daher sehr gut zu beherrschen, bevor man die nächste Serie beginnt.
Schon die erste Serie zu meistern, kann abhängig von Alter, Einsatz, Hingabe und grundsätzlichen körperlichen Konstitution einige Jahre täglicher Übung benötigen. Nur wenige, sehr fortgeschrittene Yogapraktizierende üben derzeit die 3. oder 4. Serie, maximal eine handvoll weltweit die fünfte und die 6. Serie wird derzeit wahrscheinlich nur von Sharath, dem Enkel von Sri K. Pattabhi Jois, beherrscht.
Vinyasa bedeutet Synchronisation von Bewegung und Atmung. Alle Bewegungen, die in ein oder aus einem Asana führen, werden präzise in einer vorgegebenen Reihenfolge mit der Atmung synchronisiert. So werden die einzelnen Asanas mit einer atemsynchronisierten Bewegungsabfolge miteinander verknüpft und die ganze Asanapraxis wird zu einer dynamischen Einheit verbunden.
Von Rishi Vamana, dem Weisen, der die Schrift "Yoga Korunta", die Quelle von Ashtanga Yoga, verfasst hat, stammen die Worte: "Oh Yogi, praktiziere kein Asana ohne Vinyasa".
Die korrekte Atmung ist wesentlicher Bestandteil und Fundament der Ashtanga Yoga Praxis. Alle Bewegungen werden mit der Atmung synchronisiert (siehe Vinyasa). Die Ein – und auch die Ausatmung soll möglichst tief und gleichmäßig sein und die Länge der Einatmung soll der der Ausatmung entsprechen. Die Kontrolle über den Atemfluss wird durch eine leichtes Verengen der Stimmritze erreicht, dadurch entsteht ein während der gesamten Praxis hörbares Geräusch im Kehlkopfbereich (= Ujjayi – Atmung). Dieser„Sound“ hilft, sich auf die Atmung zu konzentrieren und die Sinnesorgane und Bewegungen des Geistes nach Innen und auf die Praxis zu fokussieren. Es gilt der Grundsatz, dass für ein Asana niemals der ruhige, gleichmäßige Atem geopfert wird. Das heißt, ist ein Asana so schwierig, dass der Atem dadurch gestört wird, ist dieses Asana eben nicht so intensiv auszuführen bis man es auch mit ruhigem, gleichmäßigen Atem meistert.
Gemäß Guruji intensiviert der lange, tiefe und gleichmäßige Atem, verbunden mit der Verengung der Stimmritze das interne Feuer und stärkt und reinigt das Nervensystem.
Bandha bedeutet Energieverschluss und man versteht darunter aktivierte Muskelgruppen, die Prana (Energie) während der Asana- und Pranayamapraxis im Körper frei machen und kontrolliert in die Nadis (Energiebahnen im Körper) leiten sollen. Die Aktivierung der Bandhas und die dadurch geleitete Prana geben dem Körper Energie, Leichtigkeit und Stärke während der Asana Praxis. Gemäß Guruji ist die Asana Praxis ohne der Anwendung von Bandhas nur von geringen Wert.
Es gibt drei wesentliche Bandhas:
dieser Verschluss liegt im Beckenbodenbereich bzw. Perineum. Mula Bandha wird durch leichtes Einziehen bzw. Anheben des Perineums in den Körper aktiviert.
wird im Unterleibsbereich aktiviert. Dabei wird der Bereich zwischen Schambein und Nabel eingezogen und leicht in die Bauchhöhle hochgezogen.
ist der Kehlverschluss, der Kopf wird nach vorne Richtung Brust gebeugt und das Kinn auf die Brust gedrückt.
Mula Bandha und Uddiyana Bandha werden während der gesamten Asanapraxis aktiviert, Jalandhara Bandha wird nur bei bestimmten Asanas bzw. bei der Pranayama Praxis bei Kumbhaka (Atemanhaltung) angewendet.
Drishtis sind Blickpunkte, auf die die Augen während der Asanapraxis fixiert werden. So werden die Augen ruhig und fokussiert, der Blick schweift nicht herum und der Praktizierende wird nicht abgelenkt. Die Gedanken werden auf die Praxis zentriert und nach innen gerichtet. Jedes Asana hat ein bestimmtes Drishti.
Die Übung von Yama und Niyama ist wesentlich für die Entwicklung der inneren Glieder (Pratyahara, Dharana, Dhyana, Samadhi) und die Integration von Yama und Niyama in das tägliche Leben ist eine Voraussetzung, um mit den anderen Gliedern einen wirklichen Fortschritt zu machen. Yama und Niyama bestehen aus jeweils 5 Verhaltensweisen.
Die 5 Verhaltensweisen von Yama sind
- Ahimsa– Gewaltlosigkeit
Dabei ist nicht nur die Unterlassung von tätlicher Gewalt gemeint, sondern Gewaltlosigkeit im weitest denkbaren Sinn, eine Gewaltfreiheit all unserer Gedanken, Worte und Handlungen, ein wohlüberlegter, gewalt- und hassfreier, liebevoller Umgang mit uns selbst und unserer Umwelt.
- Satya– Wahrhaftigkeit
Auch hier ist das umfassendst denkbare Spektrum an Wahrhaftigkeit gemeint und schließt alle unsere Gedanken, Worte und Taten mit ein.
- Asteya – „Nicht – Stehlen“
Darunter versteht man, sich nichts anzueignen was einem nicht gehört und nichts zu tun, wozu man kein Recht hat.
- Brahmacharya– Enthaltsamkeit
Die Auslegung dieses Sanskritbegriffs ist sehr umstritten. Manche Kommentare und Yogagelehrten legen ihn als Zölibat aus, andere verstehen darunter einen verantwortungsvollen, bewussten, mäßigen Umgang mit Sexualität und Treue gegenüber dem Partner.
- Aparigraha– Freisein von Besitzgier
Darunter versteht man, nicht zu begehren, was einem nicht zusteht, keinen unnötigen Besitz anzuhäufen, keine unrechten Geschenke anzunehmen und nur nehmen, was angemessen ist.
Die 5 Verhaltensweisen von Niyama sind
- Sauca – äußere und innere Reinheit
Die Bedeutung ist, einerseits den Körper äußerlich und innerlich (z.B. durch gesunde Ernährung, durch Übung von Asana und Pranayama) rein zu halten, aber auch den Geist und die Gedanken von unreinem, störendem Ballast zu befreien.
- Samtosha – Bescheidenheit, Genügsamkeit
Das bedeutet, zufrieden zu sein mit dem, was man hat und ein Leben zu führen das nicht auf Begierden, sondern auf Bedürfnissen basiert.
- Tapas – Selbstbeschränkung, Disziplin
Dieser Begriff wird sehr unterschiedlich ausgelegt, von selbstlosem Handeln über Askese bis zum Anheizen des inneren Feuers. Am ehesten ist eine Form von positiver Selbstbeschränkung und Disziplin gemeint, die uns hilft regelmäßig, ohne Unterbrechungen unsere Übungen zu machen und unseren Pflichten selbstlos nachzukommen.
- Svadhyaya – Studium und Selbststudium
Svadhyaya bedeutet das Studieren der "Alten Schriften" und das Selbststudium in Sinne von Selbstbeobachtung und Reflexion.
- Isvara pranidhana – Hingabe an die höhere Macht der Schöpfung
Gemeint ist, zu erkennen, dass nicht das "Ich" im Mittelpunkt steht, sondern dass man als Teil der ganzen Schöpfung sich dieser hingibt und ultimativ diese Einheit erfährt.
Unter Asanas werden Körperstellungen verstanden. Diese sollen gemäß Yoga Sutra II.46 „fest“ und „entspannt“ sein, das heißt, sie sollen einerseits bewusst, aufmerksam und aktiv gehalten werden, andererseits sollen sie angenehm und entspannt sein und der Atem soll weiter frei, gleichmäßig und ruhig fließen.
Nach der Methode von Sri K. Pattabhi Jois ist der Einstieg in Ashtanga Yoga über eine regelmässige Asana Praxis. Gemäß seiner Lehre sind die Asanas in einer festgelegten Sequenz vorgegeben und durch Vinyasas miteinander verbunden.
"Prana" bedeutet "universelle Lebensenergie" und "Ayama" ist „Pause (in der Bewegung des Atems)“ oder "erweitern", somit bedeutet Pranayama die "Atemanhaltung" oder die "Erweiterung des Atems" .
Es handelt es sich um Atemübungen zur Energielenkung, die Körper und Geist auf die weiteren Glieder des Ashtanga Pfades vorbereiten. Sie lösen Blockaden in den Nadis (Energiebahnen im Körper), so dass Prana im Körper frei fließen kann.
Die Übungen, die hier praktiziert werden, bestehen aus bewusster Atmungsregulierung. Dabei werden gezielt die Einatmung, die Ausatmung, die Atemanhaltung, die jeweilige Länge und Anzahl der „Atmungen“, aber auch durch welches Nasenloch geatmet wird (durch bewusstes mit der Hand verschließen des anderen) gesteuert.
Ebenso wie im Alltag eine Störung oder ein „außergewöhnlicher“ Gemütszustand (Angst, Zorn,...) eine Auswirkung auf unser Atemmuster und damit auf die (unbewusste) Atmung hat (stoßweise, verkürzt, schneller, flacher), hat umgekehrt die bewusste ruhige langsame tiefe regulierte Atmung eine Auswirkung auf unseren Geist. Durch die Fokussierung auf die Übungsabfolge, den Atem und den Energiefluss im Körper können wir mit Hilfe von Pranayama unsere Konzentrationsfähigkeit steigern, die Bewegungen des Geistes (Gedankenflut) zur Ruhe kommen lassen und Körper und Geist harmonisieren.
Durch korrektes Pranayama in Verbindung mit Kriyas (yogischen Reinigungstechniken) können auch verschiedenste physische Erkrankungen des Körpers gemildert bzw. geheilt werden.
Unter Pratyahara versteht man das bewusste Kontrollieren der Sinne, damit der Geist nicht unbewussten Ablenkungen durch die von den Sinnesorganen aufgenommenen Reizen ausgesetzt ist. So werden die Sinne nur dann eingesetzt, wenn wir sie tatsächlich bewusst nutzen wollen (Umkehr vom Sklaven der Sinne zum Meister über die Sinne).
Dharana bedeutet Konzentration und ist das bewusste Fixieren des Geistes auf ein bestimmtes Objekt. Dharana ist eine Vorstufe zu Dhyana.
Wenn die Konzentration auf ein Meditationsobjekt ununterbrochen und über einen längeren Zeitraum anhält, spricht man von Meditation. Der Meditierende verliert mehr und mehr das Ich – Bewusstsein und es kommt zu einer Vereinigung mit dem Meditationsobjekt.
Samadhi ist ein Zustand, der mit Worten nur schwer erklärbar ist. Personen, die ihn erlebt haben, beschreiben, dass die Person des Meditierenden jede Bedeutung verliert, es kommt zu einem überbewussten, tranceähnlichen Glückszustand, zu einer Einheit von Körper, Geist, Seele und Meditationsobjekt, zu einer Vereinigung mit der Schöpfung, zu einer kosmischen Verbundenheit (Erleuchtung).
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